ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. Citroën Berlingo M PureTech 110 Stop&Start Shine
    Citroën - douze points. Mit dem Berlingo hat Citroën ins Schwarze getroffen und bringt ein Fahrzeug auf den Markt, das seinem Anspruch als Familienfahrzeug gerecht wird. Citroën konzentriert sich aufs Wesentliche und macht den Berlingo in der getesteten Ausstattungsvariante praktisch, sicher und bodenständig. Praktisch weil: Zwei Schiebetüren (samt elektrischer Fensterheber) sorgen für eine gute Zugänglichkeit des Fonds. Auf der Rückbank lassen sich drei (optional fünf mit 3. Sitzreihe) Kindersitze unterbringen. Es gibt zahlreiche Ablagen. Der Kofferraum ist groß genug um viel Kram unterzubringen und die Heckscheibe kann separat geöffnet werden. Parksensoren hinten sowie Rückfahrkamera sind Serie, ein Einparkassistent Option. Sicher weil: Ein Notbremssystem, ein Spurhalteassistent und eine Verkehrszeichenerkennung gehören zur Serienausstattung. Ein adaptiver Geschwindigkeitsregler ist ebenso optional erhältlich wie ein Totwinkelassistent. Die Fahreigenschaften sind alles andere als dynamisch, aber stets sicher. Bodenständig weil: Die Verarbeitung stellt zufrieden, die Materialien sind aber einfach gehalten. Der Turbobenziner mit 110 PS ist kein Ausbund an Sportlichkeit, reicht aber stets für den Familienausflug. Der Berlingo federt nicht sänftenartig, strapaziert die Insassen aber auch nicht über Gebühr. Zusammenfassend muss man sagen, dass Citroën für die Zielgruppe, die man mit dem Auto erreichen wollte, ein gelungenes Gesamtpaket geschnürt hat. Ja man muss auf Luxus verzichten, wer aber oft Kurzstrecke fährt, den Platz braucht und beim Fahrzeugkauf pragmatisch agiert, sollte sich mit dem Berlingo auseinandersetzen. Der Listenpreis von 24.640 Euro ist zwar nicht besonders niedrig, die umfangreiche Ausstattung relativiert ihn aber wieder etwas.
  2. Volvo V90 D3 Momentum Automatik
    Er macht schon etwas her, der aktuelle Volvo V90. Das moderne Design hat auch nach bald zwei Jahren Bauzeit nicht an Eleganz verloren. Die Anleihen an vergangene Volvo-Modelle lassen die Familienzugehörigkeit sofort erkennen. Der Innenraum ist ebenfalls modern gestaltet, wirkt aber dennoch gediegen und ist mit Liebe zum Detail verarbeitet. Es wird auf hochwertiges Material und viel Leder gesetzt. Der Fortschritt bei Volvo zeigt sich auch in der Technik. Es gibt viele Assistenzsysteme, ettliche sind sogar serienmäßig. Natürlich kann man über die zahlreichen Optionen noch weiter aufrüsten. Dennoch, Volvo gibt sich im traditionell wichtigen Bereich der aktiven und passiven Sicherheit keine Blöße. Ebenso bei den Komfortsystemen ist der V90 auf aktuellem Stand, wo er sich auf Augenhöhe mit der Premiumkonkurrenz zeigt. Dass man als vergleichsweise kleiner Hersteller nicht alles und jeden bedienen kann, fällt eigentlich nur bei den Motoren auf - hier muss man sich mit Vierzylindern begnügen. Während das bei den Topmotorisierungen etwas mager anmutet, spielt es bei der Basismotorisierung im Testwagen eigentlich keine Rolle - denn die Konkurrenten setzen hier auch auf Zweiliter-Vierzylinder. Die 150 PS und 320 Nm klingen erst mal nach nicht viel, in der Praxis kann man mit dem D3 aber gut leben und ist alles andere als ein Verkehrshindernis. Vielmehr unterstützt der Motor die Ruhe und Gelassenheit, die der Innenraum und das kommod federnde Serienfahrwerk vermitteln, man kann entspannt und ausreichend flott unterwegs sein. Volvo scheint die Motorisierung auch als angemessen und vollwertig zu sehen und bietet die Variante zum stolzen Mindestpreis von über 50.000 Euro an.
  3. BMW X3 xDrive20i Advantage Steptronic
    Während bei den M Modellen und dem X3 30 d Sechszylindermotoren für den Vortrieb sorgen, sind in allen anderen Modellen Vierzylinder verbaut. Die Basismotorisierung stellt hierbei der getestete 20i dar – Allradantrieb besitzen alle Varianten. Das Zweiliter-Aggregat überzeugt mit angenehmer Laufruhe, für einen Vierzylinder arbeitet der Motor äußerst vibrations- und geräuscharm. Außerdem erweist er sich mit seinen 184 PS und einem Drehmoment von 290 Nm (von 1.350 bis 4.250 1/min) als absolut ausreichende Motorisierung für das rund 1,8 t schwere SUV. Nur auf der Autobahn wünscht man sich bei höherer Geschwindigkeit etwas mehr Druck, wenn man schnell Tempo aufnehmen möchte – dort wirken die Dieselmotoren mit deutlich mehr Drehmoment souveräner, denn die serienmäßige Achtgang-Automatik sorgt im Testfahrzeug in solchen Fällen für hohe Drehzahlen, wodurch der X3 20i unruhiger als beispielsweise der 20d wirkt und sich nicht ganz so entspannt fahren lässt. Dazu tragen auch die Fahreigenschaften des SUV bei. Der mit Standardlenkung, Performance Control (variable Drehmomentenverteilung an der Hinterachse) und adaptiven Dämpfern ausgestattete Testwagen federt zwar komfortabel, lässt aber deutliche Karosserieneigungen zu – selbst kleine Lenkradbewegungen sorgen für verhältnismäßig starke Seitenneigung. Dies führt dazu, dass sich Kurvenverläufe nicht gut abschätzen lassen und dadurch häufige Lenkkorrekturen im Kurvenverlauf nötig werden. Zudem wird die Richtungsstabilität beispielsweise von Spurinnen beeinflusst. In der Summe aller Eigenschaften fühlt sich der Testwagen nicht sehr verbindlich an und es fällt schwer, eine exakte Linie zu fahren. Punkten kann der BMW bei der Sicherheitsausstattung. Nahezu alle Sicherheitssysteme, die derzeit auf dem Markt sind, gibt es für den X3. Allerdings kosten die meisten Systeme Aufpreis. Dies ist allgemeingültig: Auch für viele Komfortausstattungen muss extra bezahlt werden. So lässt sich der Basispreis von 45.800 Euro rasch um über 20.000 Euro (wie beim Testwagen) erhöhen. Insgesamt wird der X3 somit schnell zu einem teuren Vergnügen.
  4. Mercedes C 220 d 9G-TRONIC
    Mercedes hat sein Volumenmodell nach einer Bauzeit von rund vier Jahren überarbeitet. Unter optischen Gesichtspunkten wurde Feinschliff betrieben - am deutlichsten sind die Modifizierungen am Stoßfänger vorn sowie an den Scheinwerfern bzw. Rückleuchten. Das Interieur bietet nun beispielsweise optional ein digitales Kombiinstrument und ein Lenkrad mit berührungssensitiven Tasten. Was Karosserie und Innenraum gemein haben, ist die sorgfältige und präzise Verarbeitung. Zudem schmeichelt der Innenraum, auch dank aufpreispflichtiger Lederausstattung, mit hochwertiger Materialauswahl. Deutlich aufgerüstet hat Mercedes bei der Sicherheitsausstattung, die nun alles bietet, was derzeit dem Stand der Technik entspricht. Während ein Notbremssystem samt Personenerkennung zur Serie gehört, sind ein adaptiver Tempomat mit streckenbasierter Geschwindigkeitsanpassung, ein aktiver Spurhalte- und Spurwechsel- sowie ein Nothalteassistent optional erhältlich. Bei Nachtfahrten sorgen die Multibeam-Scheinwerfer mit blendfreiem Fernlichtassistenten und adaptiver Lichtverteilung für ein Plus an Sicherheit. In der Summe überzeugt die C-Klasse nicht nur mit hochwertiger Anmutung, sondern auch dank adaptivem Fahrwerk, Sport-Direktlenkung und dem Zweiliter-Diesel mit 194 PS bei den Fahreigenschaften. Sie lässt sich stets sicher und agil über kurvige Landstraßen bewegen, bietet aber auch genügend Fahrkomfort für lange Autobahnetappen. Doch wo Licht, da auch Schatten: Letzterer wird bei der C-Klasse vom Kaufpreis bzw. der Mercedes-Aufpreispolitik symbolisiert. Für den Testwagen müssen mindestens 42.328 Euro aufgewendet werden. Da Mercedes aber auch schon für Selbstverständlichkeiten wie ein Pannenset zusätzlich entlohnt werden möchte, steigt der Kaufpreis schnell an, wenn man beim Konfigurieren fleißig Haken setzt. Beim Testwagen beispielsweise kletterte der Preis auf über 70.000 Euro.
  5. BMW X4 xDrive30i M Sport X Steptronic
    Da der X4 auf dem X3 basiert und erst mit dem Facelift der letzten X3 Generation auf den deutschen Markt kam, steht nun schon die zweite Generation des X4 nach nur vier Jahren Bauzeit bei den Händlern. Auch sie teilt sich die Plattform und die Technik mit dem neuen X3 vom Frühjahr 2018, bringt folglich auch die zahlreichen Assistenzsysteme mit, die das Fahren sicherer und bequemer machen. Die Unterschiede des Coupés zu seinem praktischern Bruder merkt man deutlich: beim Einsteigen, weil man aufgrund des flacheren Dachs mehr auf seinen Kopf achten sollte, beim Sitzen, weil vor allem hinten deutlich weniger Platz zur Verfügung steht, und beim Fahren, weil er agiler unterwegs ist und weniger auf ausgeprägten Komfort setzt. Dennoch ist die Federung mit den optionalen Adaptivdämpfern komfortabel genug, um auch lange Strecken stressfrei zurücklegen zu können. Der geringe Geräuschpedel im Innenraum und die gut konturierten Sportsitze ergänzen das angemessen. Mit dem Zweiliter-Vierzylinder im sportlichen SUV-Coupé X4 ist das so eine Sache - der Motor hat zweifelsohne genug Kraft, um den schweren Allradler mit fast 1,9 Tonnen Leergewicht flott zu bewegen. Auch reinigt er seine Abgase vorbildlich mit einem Partikelfilter und legt eine erstklassige Laufkultur an den Tag. Dass er dabei schwer zu arbeiten hat, bemerkt man hauptsächlich am Verbrauch, er ist mit 9,2 l/100 km im EcoTest arg hoch. Abgsehen davon vermisst man bei diesem Antrieb am meisten sportlichen Klang und bissiges Ansprechen, das die bullige Karosserie eigentlich erwarten lässt.