ADAC Autotest

Die neuesten Fahrzeugmodelle im ADAC Autotests
  1. Fiat Panda 1.2 8V LPG Lounge (Autogasbetrieb)
    Den ersten Panda aus den achtziger Jahren hat Fiat damals mit "Eine tolle Kiste" beworben. Und irgendwie ist er das bis heute geblieben, wenn auch in viel modernerer Form, und deutlich sicherer - zum Glück! Schaut man sich den heutigen Panda an, ist er im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten schon etwas in die Jahre gekommen, das merkt man vor allem bei Komfort- und bei Assistenzsystemen. Seine praktischen Eigenschaften sind aber unbestritten: das angesichts der kompakten Ausmaße gute Platzangebot, der bequeme Ein- und Ausstieg, die gute Übersichtlichkeit auch dank höherer Sitzposition. Fiat bietet erstaunlich viele Varianten vom Panda an, von einer besonders günstigen Einstiegsversion mit einfacher Technik für niedrige Unterhaltskosten über Allradversionen - eine Seltenheit in dieser Klasse - bis hin zu Motorisierungen mit Erdgas- und Autogasbefeuerung. Letztere Variante hat sich dem ADAC Autotest gestellt und insgesamt nicht schlecht geschlagen. Klar darf man nicht die gleichen Ansprüche wie an die neuesten Konkurrenten stellen, hier kann der kleine Fiat nicht mithalten. Aber der Panda ist günstig und erfüllt die Grundansprüche an die individuelle Mobilität. Der 1,2-l-Vierzylinder ist ein gemütlicher Geselle und lässt sich gleichermaßen mit LPG und mit Superbenzin füttern. Dank der zwei Tanks mit 38 und 37 Litern hat der Panda LPG eine ansehnliche Geamtreichweite von rund 1.000 km, wobei man möglichst mit dem günstigeren LPG fahren sollte, damit sich der Aufpreis gegenüber der reinen Benzinversion lohnt.
  2. Volvo V60 D4 Inscription Geartronic
    Würde auch die Optik in die Bewertung des ADAC Autotests einfließen, dem neuen Volvo V60 wäre die Bestnote sicher. Der Kombi zählt zweifellos zu den elegantesten Erscheinungen in seinem Segment - Design können die Schweden einfach. Doch der V60 sieht nicht nur gut aus, er kann auch technisch überzeugen. Der Innenraum macht in der getesteten Topausstattung Inscription richtig was her und muss sich in keinster Weise vor der deutschen Premiumkonkurrenz verstecken. Bei der Bedienung hat es Volvo mit der weitgehenden Reduktion auf den zentralen Touchscreen allerdings etwas übertrieben. Die Handhabung gestaltet sich dadurch teilweise recht umständlich. Das Fahrwerk haben die Entwickler überraschend straff abgestimmt, was zwar für eine erstaunliche Agilität sorgt, jedoch spürbar zu Lasten des Federungskomforts geht. Für Vortrieb im Testwagen sorgt die 190 PS starke D4-Ausbaustufe des Zweiliter-Diesels. Der Motor geht mit dem optionalen Achtstufen-Automatikgetriebe eine überzeugende Liaison ein, am Antriebskomfort und den Fahrleistungen gibt es nichts zu mäkeln. Am Verbrauch allerdings schon, der dürfte gerne etwas niedriger ausfallen. Gleiches gilt für den NOx-Ausstoß, der im Autobahnzyklus recht hoch ist. Für knapp 50.000 Euro erhält man mit dem V60 D4 Inscription einen Premiumkombi, der sich nicht nur preislich, sondern auch technisch auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz befindet. Schwächen wie das umständliche Bediensystem oder den eingeschränkten Federungskomfort muss man dem schönen Schweden allerdings verzeihen können.
  3. Dacia Sandero Stepway TCe 90 Start&Stop Celebration
    Deutschlands günstigster Neuwagen! - steht auf der Preisliste für den Sandero. Das Basismodell startet bei 6.990 Euro und mag dem Werbespruch damit gerecht werden. Die nackte Basis kaufen aber recht wenige in Deutschland. Stattdessen wird der niedrige Startpreis für zusätzliche Annehmlichkeiten genutzt, wobei der Kaufpreis auch dann noch günstig liegt. Dacia nutzt den Hang der Käufer, sich ein wenig mehr zu gönnen, und bietet den Sandero zusätzlich als trendig auf Offroad-Look getrimmten Stepway an. Entscheidet man sich für mehr Leistung und Fahrfreude im TCe 90 und die höchste Ausstattung "Celebration", kommt der Stepway auf mindestens 11.650 Euro. Auch das ist ein sehr niedriger Preis für einen Neuwagen. Die Top-Ausstattung bedeutet bei Dacia nicht das Schwelgen in Dekadenz, vielmehr sind heutzutage übliche Funktionen wie Klimaanlage, Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber mit an Bord, optional sogar eine Klimaautomatik. Auf der Habenseite eines jeden Sandero stehen sein gutes Platzangebot vorn und ein einfacher Ein- und Ausstieg. Der kleine Turbomotor mit 90 PS geht ausreichend kräftig zu Werke und ist sicher die bessere Wahl als der schwachbrüstige Basissauger, der noch weniger Leben zeigt als ohnehin bescheidene 73 PS erwarten lassen. Auch wenn der Turbodreizylinder nur 0,9 Liter Hubraum hat, er möchte trotzdem wie ein Großer gefüttert werden - im EcoTest gönnt sich der Benziner 6,9 l Super pro 100 km. Alle Schadstoffgruppen fallen vorbildlich niedrig aus - außer die Partikel. Hier sollte Dacia wirklich nachbessern, weil das vergleichbare Aggregat im Renault Clio deutlich sauberer arbeitet. Im Bereich Sicherheit belässt es Dacia bei Front- und Seitenairbags, Kopfairbags gibts nicht. Gesetzlich vorgegeben bringt er ESP und die Reifendruckkontrolle mit - ansonsten ist das Feld der aktiven Sicherheit praktisch unbestellt. Diese Punkte relativieren sein scheinbar sehr gutes Preisleistungsverhältnis, zumal man an vielen Stellen den Preisdruck merkt und der Sandero eine bessere Feinabstimmung vermissen lässt. Unabhängig davon ist der Sandero Stepway natürlich ein praktisches Auto.
  4. Volvo V90 D4 Momentum AWD Geartronic
    Seitdem die Autosparte von Volvo neue Eigentümer hat, scheinen die Zeiten vorbei, in denen alte Modelle mit optischen Retuschen von Modelljahr zu Modelljahr gerettet wurden. Die Aufbruchstimmung zeigt sich im neuen modernen Design, das Remineszenzen an legendäre Volvo-Modelle enthält und mit neuen modernen Linien verbindet. Wenn immer wieder Passanten neben dem V90 stehen bleiben und vom Design schwärmen, dann muss Volvo etwas richtig gemacht haben. Das progressive Äußere setzt sich im Innenraum fort und verbindet sich dort geschickt mit beruhigender Gediegenheit. Im Topmodell der Schweden gefällt die feine Verarbeitung mit Liebe zum Detail. Der neue Wille zum Fortschritt offenbart sich aber auch bei der Technik. Mit den vielen verfügbaren Assistenz- und Komfortsystemen ist der große Kombi auf der Höhe der Zeit und im anvisierten Premiumsegment gut aufgehoben. Volvo schreibt aktive wie passive Sicherheit wieder ganz groß und konzentriert sich auf den einstigen Markenkern. Dabei kommt der Komfort nicht zu kurz, ganz im Gegenteil. Dass ein verhältnismäßig kleiner Hersteller aber nicht alle Bereiche in gleicher Intensität bedienen kann, zeigt der Blick auf die Motoren: Es gibt ausschließlich Vierzylinder. Unter Premiumautos durchaus angemessene Sechszylinder hat Volvo nicht mehr entwickelt. Auch mit Doppelturbo über die Marke 100-PS-pro-Liter-Hubraum gehievte Aggregate können nicht darüber hinwegtäuschen - trotz aufwendiger Dämmung bleibt der Klang eines Diesel-Vierzylinders langweilig profan. Die im Testwagen verbaute Variante leistet völlig ausreichende 190 PS und bringt ihre Leistung über die gut abgestimmte Achtgangautomatik souverän per Allradantrieb auf die Straße. Der Motor hat Licht und Schatten: Einerseits erfüllt er die kommende, erst ab September 2019 verbindliche Abgasnorm, andererseits schüttet er sich recht großzügig den Sprit in die Brennräume. Passend dazu muss der Geldbeutel für den schönen neuen V90 ohnehin locker sitzen, denn der üppige Kaufpreis zeugt auch von Volvos neuem Selbstbewusstsein.
  5. BMW 218d Active Tourer Advantage Steptronic
    Als BMW mit diesem Modell vor ein paar Jahren seinen ersten Van herausbrachte, taten sich die Münchner Autobauer sichtlich schwer, zu den praktischen Vorzügen eines Kompakt-Vans zu stehen. Der Zusatz "Active Tourer" sollte das Sportliche und Lebensaktive herausstellen, um bloß keine Assoziationen zum rein Praktischen und Profanen aufkommen zu lassen. Es war schon schlimm genug, dass man mit Frontantrieb und quer eingebautem Motor für BMW-Jünger praktisch ein Sakrileg begangen hatte. Dabei war dem Autobauer ein richtig gutes Modell gelungen, das viele Freunde gefunden hat, wie die Zulassungszahlen zeigen. Für diesen Active Tourer gibt es nun viel Feinschliff, offiziell als Facelift verkauft. Dabei bleiben die Änderungen außen maßvoll, der Van mag nun etwas grimmiger dreinschauen und ist an neuen Leuchtendesigns vorn zu erkennen. Technisch hat sich dagegen viel getan. Besagte Scheinwerfer leuchten nun aktiv in Kurven hinein, und der Dieselmotor läuft nun eine Spur kultivierter. Das Fahrwerk bietet mit den adaptiven Dämpfern einen angemessenen Komfort und wird dabei den Fahrdynamik-Ansprüchen an einen BMW durchaus gerecht. Den größten Fortschritt darf man in der aktuellen Diesel-Diskussion durchaus dem Motor attestieren, denn bei weitgehend gleichem Verbrauch reinigt er seine Abgase nun vorbildlich sauber - auf dem Prüfstand wie auf der Straße bleibt er weit unter den Grenzwerten. Das Ganze hat natürlich seinen Preis, der im Falle der Testwagen-Variante bei 37.200 Euro beginnt.